Diabetes-Blog: Meine erste Woche mit dem Eversense XL- eine aufregende Zeit

Ziemlich coole Sache, dass ich jetzt permanent meine Werte im Blick habe und frühzeitig auf zu hohe oder zu niedrige Werte reagieren kann

Da sitzt das gute Stück. Wenn ich den Ärmel des T-Shirts drüber ziehe, ist der Transmitter nicht zu sehen.

Die erste Woche mit meinem neuen CGM-System Eversense XL liegt hinter mir. Die ersten Tage waren schon ziemlich aufregend, schließlich habe ich mir ja nicht ein neues Handy gekauft oder sonst eine technische Neuheit, die ich mir aus Spaß an der Freude gönne, sondern hier geht es um viel mehr: ich habe mich dafür entschieden die Verantwortung für mein Diabetesmanagement einem medizinischen Gerät anzuvertrauen. Was, wenn es nicht richtig funktioniert und mir falsche Werte anzeigt?

Das Einsetzen des Sensors beim Diabetologen Dr. Mühlen in Duisburg war schnell erledigt, nach der ausführlichen Einweisung fühlte ich mich fit für den Eversense. Ehrlich gesagt hatte ich trotzdem Bammel, dass ich mit dem System nicht zurechtkomme. Mein Diabetologe wohnt einige hundert Kilometer entfernt, da fährt man nicht mal eben vorbei, wenn man ein Problem hat. Natürlich gibt es ein Eversense-Service-Team, das einem telefonisch hilft, aber irgendwie bist du ja trotzdem allein mit dem CGM und deinem Diabetes. DU musst damit im Alltag zurechtkommen, da hilft auch kein Arzt oder sonst irgendjemand.

Als ich wieder zuhause war, begann ich 24 Stunden nach dem Einsetzen des Sensors mit dem Kalibrieren. Dies lief ohne Probleme ab.

Dann hatte ich wieder das für mich typische Pflasterproblem. Sowohl die Steri-Strips als auch das Pflaster darüber lösten sich früher ab als erwartet, wahrscheinlich durchs Schwitzen. Ich nahm dann ein Schwimmpflaster zur Hilfe. Das wiederum ließ ich versehentlich zu lange auf der Haut mit der Konsequenz, dass meine Haut allergisch reagierte. Also nahm ich ein normales Heftpflaster, auf dem wiederum das Transmitter-Pflaster nicht so gut klebte.

Jetzt nach einer Woche ist alles gut – das Eversense-Pflaster für den Transmitter ist gut verträglich und wird ohnehin alle 24 Stunden gewechselt.

Von abweichenden Werten hin zu einem Happy End

Viel nervöser machte mich die Tatsache, dass meine Glukosewerte anfangs von meinen Blutzuckerwerten abwichen – insbesondere, weil ich in verschiedenen Blogs und Foren von mehreren Nutzern gelesen hatte, dass sie mit der Genauigkeit sehr zufrieden sind. Am Montag bekam ich den Sensor gesetzt, am Dienstag, also am 2. Tag, als ich ihn 3x kalibrierte, waren die Werte noch in Ordnung, doch zwischen dem 3. und 5. Tag waren die Abweichungen erheblich.

Da ich nicht wusste, ob ich etwas falsch gemacht hatte oder ob das Gerät defekt ist oder womöglich ein anderer Grund die Ursache hierfür ist, rief ich bei der Service-Hotline an. Dort beruhigte man mich, sagte mir, dass Abweichungen in der 1. Woche normal seien und ich gerne öfter kalibrieren könne, um ein sicheres Gefühl zu haben. Der Algorithmus des Systems muss sich erst stabilisieren und auf die Besonderheiten jedes einzelnen Körpers einstellen. Da dämmerte mir, dass mir das auch bei der Produktschulung gesagt wurde. Aber weil man in der kurzen Zeit doch sehr viele Informationen aufnehmen muss, hatte ich diese wichtige Information schlicht nicht abgespeichert.

Daher also keine Panik schieben, wenn die Werte in der 1. Woche noch nicht stimmen, sondern lieber häufiger Kalibrieren und den Eversense mit Blutzuckerwerten füttern, damit das System anschließend einwandfrei laufen kann. Außerdem darf man nicht vergessen, dass ein Blutzuckermesssystem auch ein paar Prozentpunkte Messtoleranz hat.

Seit dem 6. Tag läuft bei mir alles rund und die Kalibrationswerte stimmen glücklicherweise mit den Glukosewerten des Eversense XL überein – immer häufiger sind sie sogar identisch. An diesem Tag habe ich das Pflaster und die Steri-Strips entfernt, weil der Arzt mir sagte, dass ich das Pflaster 5 Tage drauf lassen solle. Seither hält das Pflaster vom Transmitter, zumindest wenn ich nicht übermäßig schwitze. Wie es sich beim Sport verhält, werde ich erst testen.

Die Narbe, die beim Setzen des Eversense Sensors am Arm entsteht, ist super verheilt und kaum zu sehen

Die Mininarbe ist super verheilt. Ich weiß, dass es eine große Sorge von vielen ist, dass man eine Narbe am Oberarm hat und womöglich nach Jahren von Narben übersäht ist. Diese Angst kann ich definitiv nehmen. Schaut euch das Foto an. Man sieht die Narbe kaum. Sie ist gerade mal 0,5 cm klein. Wenn ich noch einige Wochen ins Land gehen lasse, sieht man sie wahrscheinlich gar nicht mehr. Von Narbe würde ich ohnehin nicht sprechen, sondern eher von einem verheilten Kratzer. Davon habe ich unzählige an meinen Körper, fällt also überhaupt nicht auf.

Eversense-"Narbe" nach 7 Tagen. Hab sie extra rot eingekringelt, damit sie besser zu sehen ist.

Schade, dass man permanent sein Handy bei sich tragen muss, um vom Transmitter Daten zu erhalten

Was mich persönlich stört, ist die Tatsache, dass man ständig sein Handy bei sich tragen muss. Ich gebe zu, ich bin in dieser Hinsicht etwas altmodisch, ich versuche mein Handy so wenig wie möglich zu nutzen und will ehrlich gesagt auch nicht permanent erreichbar sein oder im Internet surfen. Ich bin lieber in der realen Welt.

Daher ist es mir bereits häufiger passiert, dass ich mein Handy nicht in Reichweite hatte und der Transmitter also keine Verbindung herstellen konnte. Was dann aber super ist: der Transmitter vibriert trotzdem am Arm und warnt mich bei zu tiefen oder zu hohen Werten.

Ich habe gehört, dass es angeblich mit der Apple Watch möglich sein soll, dass man OHNE Handy unterwegs sein kann. Wenn dem so ist, dann werde ich mir diese Uhr gönnen, denn dann hätte ich die Werte immer zur Hand. Natürlich ist die nicht ganz billig, aber das sind mir meine Gesundheit und mein Dia wert. Wenn sich dadurch mein Alltag weiter erleichtert, bin ich gerne bereit dafür zu bezahlen. Ich habe schließlich langfristig etwas davon. Sollte ich mir eine zulegen, werde ich davon berichten.

Da ich von vielen gefragt wurde, wie sich der Eversense beim Sport bewährt, werde ich darüber ebenfalls in einem weiteren Blog berichten. Ich wollte erst einmal abwarten bis keine Extrapflaster mehr zwischen Sensor und Transmitter kleben.

Es ist cool, dass ich jetzt permanent einen Blick auf meine Werte werfen kann

Melde mich also bald wieder. Fazit der ersten Woche: es war eine aufregende Zeit. Es ist schon cool, dass ich jetzt permanent einen Blick auf meine Werte werfen kann. Dadurch kann ich noch früher auf Hypos oder zu hohe Werte reagieren. Mich motiviert es unheimlich zu sehen, dass ich meist im grünen Bereich bin, also meine Werte im Normbereich liegen, da ich rechtzeitig vor Über- oder Unterschreitungen erinnert werde. Jetzt bin gespannt wie die kommenden Wochen werden, wenn ich den Eversense sportlich herausfordere.